Repräsentation

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Repräsentation
Re|pr√§|sen|ta|ti|on ‚Ć©f. 20‚Ć™
1. Vertretung, Stellvertretung
2. w√ľrdiges Auftreten
3. (gesellschaftl.) Aufwand
[<lat. repraesentatio ‚ÄěVergegenw√§rtigung‚Äú; ‚Üí repr√§sentieren]

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Re|pr√§|sen|ta|ti|on, die; -, -en [frz. repr√©sentation < lat. repraesentatio = Darstellung, zu: repraesentare, ‚ÜĎ repr√§sentieren] (bildungsspr.):
1. Vertretung einer Gesamtheit von Personen durch eine einzelne Person od. eine Gruppe von Personen:
die R. des Großgrundbesitzes durch den Adel.
2. <o. Pl.> das ‚ÜĎ Repr√§sentativsein (2 b).
3.
a) Vertretung eines Staates, einer √∂ffentlichen Einrichtung o. √Ą. auf ‚ÜĎ gesellschaftlicher (2) Ebene u. der damit verbundene Aufwand:
der Palast dient nur der R.;
b) an einem gehobenen gesellschaftlichen Status orientierter, auf Wirkung nach außen bedachter, aufwendiger [Lebens]stil.

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Repräsentation
 
[franz√∂sisch, von lateinisch repraesentatio ¬ĽDarstellung¬ę] die, -/-en, ¬†
 1) allgemein: Vertretung, standesgemäßes Auftreten, Aufwand.
 
 2) Philosophie und Psychologie: die Vergegenwärtigung von nicht unmittelbar Gegebenem in der Vorstellung.
 
¬†3) Politik: im weiteren Sinn die an politische Systeme nicht gebundene Form der Herrschaft, ausge√ľbt kraft Wahl oder (st√§ndischem) Privileg in Gestalt des freien oder gebundenen Mandats; im engeren Sinn die Leitidee der repr√§sentativen Demokratie. Die Nation (oder das Volk) als Tr√§ger aller Staatsgewalt l√§sst diese Herrschaft durch gew√§hlte Abgeordnete in ihrem (seinem) Namen aus√ľben. Diesen Funktionserfordernissen entspricht das freie Mandat des Abgeordneten mehr als das gebundene (imperative) Mandat. - Im Sp√§tmittelalter gewann das Prinzip der Repr√§sentation als Legitimationsgrundlage wachsende Bedeutung f√ľr die Forderung von Konzilien und St√§ndeversammlungen, an der kirchlichen oder staatlichen Willensbildung beratend oder mitbestimmend teilzunehmen. In diesen meist korporativ strukturierten Versammlungen (mit gegen√ľber den Repr√§sentierten weisungsgebundenen Repr√§sentanten) erfuhren die Interessen der Herrschaftsunterworfenen - je nach der konkret gegebenen gesellschaftlich-politischen Situation - mehr oder weniger Ber√ľcksichtigung. In der Zeit der Aufkl√§rung (17./18. Jahrhundert) konnten sich repr√§sentative Vorstellungen zun√§chst nur in England gegen√ľber den Tendenzen des Absolutismus behaupten und weiterentwickeln. Es bildete sich dort - auf der philosophischen Grundlage von Vertragstheorien (besonders J. Lockes) - ein Repr√§sentativsystem aus, in dem politischen Entscheidungen von gew√§hlten Abgeordneten im Parlament als Ergebnis eines Interessenausgleichs getroffen und zur Ausf√ľhrung einer dem Parlament verantwortlichen Regierung √ľbertragen werden. Im Zuge der Franz√∂sischen Revolution wurde das Repr√§sentationsprinzip ein Grundelement der von Abb√© Siey√®s stark beeinflussten Verfassung von 1791, die im 19. Jahrhundert zum Vorbild vieler liberaler Verfassungen in Europa wurde. Die Repr√§sentation wurde zu einem Wesensmerkmal parlamentarisch-demokratischer Regierungssysteme.
 
 
G. Leibholz: Das Wesen der R. u. der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jh. (31966, Nachdr. 1973);
 
Zur Theorie u. Gesch. der R. u. Repräsentativ-Verf., hg. v. H. Rausch (1968);
¬†U. Bermbach: R., imperatives Mandat u. recall. Zur Frage der Demokratisierung im Parteienstaat, in: Theory and Politics. Festschr. zum 70. Geburtstag f√ľr Carl Joachim Friedrich, hg. v. K. von Beyme (Den Haag 1971);
 
Der Begriff der Repraesentatio im MA. Stellvertretung, Symbol, Zeichen, Bild, hg. v. A. Zimmermann (1972);
 H. Grebing: Volksrepräsentation u. identitäre Demokratie, in: Polit. Vjschr., Jg. 13 (1972); H. F. Pitkin: The concept of representation (Neuausg. Berkeley, Calif., 1972);
 H. Hofmann: R. Studien zur Wort- u. Begriffsgesch. von der Antike bis ins 19. Jh. (1974);
 W. Röhrich: Die repräsentative Demokratie. Ideen u. Interessen (1981);
 
B√ľrgerinitiativen u. repr√§sentatives System, hg. v. B. Guggenberger u. a. (21984);
 T. Ellwein u. J. J. Hesse: Das Reg.-System der Bundesrep. Dtl., 2 Bde. (Neuausg. 1990);
 E. Fraenkel: Die repräsentative u. die plebiszitäre Komponente im demokrat. Verf.-Staat, in: E. Fraenkel: Dtl. u. die westl. Demokratien (Neuausg. 1991);
 W. J. Patzelt: Abgeordnete u. R. Amtsverständnis u. Wahlkreisarbeit (1993);
 
Repr√§sentative oder plebizit√§re Demokratie - eine Alternative?, hg. v. G. R√ľther (1996).

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Re|pr√§|sen|ta|ti|on, die; -, -en [frz. repr√©sentation < lat. repraesentatio = Darstellung, zu: repraesentare, ‚ÜĎrepr√§sentieren] (bildungsspr.): 1. Vertretung einer Gesamtheit von Personen durch eine einzelne Person od. eine Gruppe von Personen: die R. des Gro√ügrundbesitzes durch den Adel. 2. <o. Pl.> das Repr√§sentativsein (2 b): Die Idee der statistischen R. durch Stichproben bleibt unserem Denken ungewohnt (Noelle, Umfragen 53). 3. a) Vertretung eines Staates, einer √∂ffentlichen Einrichtung o. √Ą. auf gesellschaftlicher (2) Ebene u. der damit verbundene Aufwand: die Limousine, der Palast dient nur der R.; b) an einem gehobenen gesellschaftlichen Status orientierter, auf Wirkung nach au√üen bedachter, aufwendiger [Lebens]stil.

Universal-Lexikon. 2012.

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